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- Die Preisträger 2006-2010 (v.l.n.r.): Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz (2010); Daniel Barenboim (2009); Dr. h.c. Charlotte Knobloch (2008); Dr. Dr. h.c. Hans Keilson (2007); Prof. Manfred Lahnstein (2006).
Bildung, Erziehung, Wissenschaft und Forschung
Gesellschafterin der Firmengruppe ist die Moses Mendelssohn Stiftung, gegründet von Nachfahren Moses Mendels sohns und Mitgliedern des Familienverbundes Mendelssohn-Bartholdy. Sie versteht sich als Dachgesellschaft für die bereits seit Jahren erfolgreich arbeitende Moses Mendelssohn Akademie in Halberstadt und das Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam. Die Stiftung, in der Tradition der 1929 gegründeten »Moses Mendelssohn Stiftung zur Förderung der Geisteswissenschaften« stehend, fördert Bildung, Erziehung, Wissenschaft und Forschung auf dem Feld der europäisch-jüdischen Geschichte und Kultur. Daneben wird sie auch als Betreiber und Investor für gemeinnützige Bauprojekte, die der deutsch-jüdischen Verständigung dienen, tätig werden.
In der Moses Mendelssohn Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG sind die Unternehmens- und Immobilienbeteiligungen zusammengefasst, die der Stiftung langfristig Vermögen und Ertrag sichern.
Prof. Dr. Julius H. Schoeps
Stiftungsvorstand

- Die Laudatoren (v.l.n.r.): Bundestagspäsident Prof. Dr. Norbert Lammert, 2009; Dr. Günther Beckstein, Bayerischer Mnisterpräsident (bis 2008), 2008; sowie 2009 u.a. Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister von Berlin) und Walter Momper (Präsident des Abgeordnetenhauses).
Moses Mendelssohn Medaille
Seit 1993 wird die Moses Mendelssohn Medaille an verdienstvolle Persönlichkeiten verliehen, die sich im Sinne und in der Tradition des Denkens von Moses Mendelssohn für Toleranz und Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert haben.
Die mit der Medaille geehrten Persönlichkeiten stehen in ihrem Wirken mit den Zielen unseres Hauses in Übereinstimmung und fördern mit ihrem Engagement die Verbreitung des Toleranzgedanken in der Gesellschaft.
Preisträgerin 2011: Dr. Dr. h.c. Hildegard Hamm-Brücher

Im Großen Sitzungssaal des Rathauses München erhielt am 16. Juni Hildegard Hamm-Brücher die Moses Mendelssohn Medaille. Prof. Dr. Julius H. Schoeps ehrte die "Grande Dame" der Politik als "couragierte Politikerin, Frauen- und Bürgerrechtlerin".
"Es ist für mich ein bewegender Augenblick - ein Augenblick der Freude aber auch der Herausforderung, mit einer Medaille ausgezeichnet zu werden, die den Namen Moses Mendelssohn trägt, eines Mannes der zu seiner Zeit der herausragenste jüdische Philosoph auf deutschem und europäischen Boden war - der vor etwa 250 Jahren das gewagt hat, was wir als Aufklärung bezeichnen - nämlich die Überwindung von starren geistigen und konfessionellen Dogmen, den Aufbruch aus Unmündigkeit und Unfreiheit. Der stattdessen sein Denken und Handeln auf Offenheit, Gedankenfreiheit und Toleranz gründete."
Um diese Ziele musste es auch nach dem Inferno der Judenverfolgung und -Vernichtung während der NS-Diktatur gehen: Um den Versuch eines Aufbruchs aus Schuld und verhängnisvoller Mitschuld, um Besinnung und Aufklärung, und vor allem um die Überwindung des mörderischen Antisemitismus.
Dieser Aufbruch hat sich zeitweise als schwieriger und langwieriger erwiesen als der materielle Wiederaufbau unseres Landes. Denn es galt alles aufzuarbeiten, was an geschichtlichen, gesellschaftlichen und geistigen Irrtümern und Irrwegen vor einem Neuanfang stand, und er erforderte die Bereitschaft diese, unsere Erblasten nicht zu verdrängen oder zu verleugnen, sondern zu benennen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. (Auszug aus der Dankesrede von Hildegard Hamm-Brücher)
Weitere Informationen und Auszüge der Dankesrede lesen Sie hier: "Demokratie, das sind wir alle!" - Hildegard Hamm-Brücher wurde in München mit der Moses Mendelssohn Medaille ausgezeichnet.
Preisträger 2010: Prof. Dr. Berthold Beitz
Im Hirschland-Saal des Essener Folkwang-Museums wurde am 25. Februar 2010 der Kuratoriumsvorsitze der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Berthold Beitz, mit der Moses Mendelssohn Medaille geehrt. Mit der Auszeichnung würdigte das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien den 1913 geborenen Beitz, weil er als kaufmännischer Leiter der Karpaten-Öl AG in der von Nazi-Deutschland besetzten Ukraine zahlreiche Juden vor der Deportation in die Vernichtungslager gerettet hatte, in dem er sie als unabkömmliche Arbeitskräfte einstufte. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers freute sich an diesem Tag besonders: „Es ist ein wunderbares Geschenk an die Kulturhauptstadt. Ein wunderbares Geschenk an die Essener. Und es ist nicht das Erste.“
Jahrzehnte schwieg der Geehrte über eine dramatische Lebenserfahrung. Nach dem Warum befragt, sagte der frühere Kopf des Krupp-Konzerns, er habe die Menschen nicht gerettet, damit ihm das irgendwann einmal nütze. 1973 erklärte die israelische Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem Berthold Beitz zum „Gerechten unter den Völkern“. Auch seine Frau Else Beitz erhielt später diesen Ehrentitel. Sie war damals seine Helferin und Vertraute, versteckte Kinder verfolgter Juden in ihrem Haus.


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