Presse
07.09.2017

Heinz Mack erhält die Moses Mendelssohn-Medaille 2017


Der Künstler Heinz Mack ist Empfänger der Moses Mendelssohn-Medaille 2017, die von der Moses Mendelssohn Stiftung in Kooperation mit dem Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum und der Halberstädter Moses Mendelssohn Akademie verliehen wird. Die Verleihung der Moses Mendelssohn Medaille fand am 6. September in der Staatsbibliothek Berlin statt.

Das Moses Mendelssohn Zentrum vergibt die Auszeichnung seit 1993 an Persönlichkeiten, die sich für die Pflege der deutsch-jüdischen Beziehungen, Toleranz und Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen. Preisträger in der Vergangenheit waren u.a. Ignatz Bubis (1994), Kurt Biedenkopf (1998), Arno Lustiger (1999), Hans Keilson (2007), Daniel Barenboim (2009), Berthold Beitz (2010), Friede Springer (2012), Avi Primor (2013), Hubert Burda (2015) und Ulla Unseld-Berkéwicz (2016).

Heinz Mack, der Künstler und Mitbegründer der einflussreichen Düsseldorfer ZERO-Gruppe, dessen experimentelle Lichtreliefs sowie seine Lichtinstallationen in der Wüste, die zu den frühen Beispielen der sogenannten „Land Art-Kunst“ zählen, erhält 2017 die Moses Mendelssohn-Medaille für seine Bemühungen als Künstler, sich auch dem Gedenken an die Schicksale verfolgter und ermordeter Menschen zu gedenken. Von ihm stammt das Anne-Frank-Mahnmal am Rabbiner-Neumark-Weg in der Duisburger Innenstadt, das an das jüdische Mädchen erinnert, das durch sein Tagebuch posthum weltberühmt wurde. Das Werk ist aus schwarzem Granit gefertigt und hat durch seine Politureine beinahe gläserne und doch undurchdringliche Tiefe erhalten, die, wie Heinz Mack bei der Enthüllung der Skulptur erklärte, den Betrachter mit seinem eigenen Spiegelbild konfrontieren soll. Sprachbilder in Malerei zu übersetzen ist eine der Aufgaben, die sich Heinz Mack gestellt hat. Zu der Eröffnung des „Jüdischen Museums“ der Stadt Wien 1993 steuerte er eine Ausstellung zum „Hohen Lied“, dem „Lied der Lieder“ bei. Bei diesem viel bewundertem Projekt war Heinz Mack bemüht, mit Mitteln einer abstrakten, oder besser gegenstandslosen, nichtfigurativen Malerei, einen der schönsten Texte der Weltliteratur zu bebildern.