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16.03.2021

Mixed Use Projekt Frankfurt am Main (Quelle: GBI Holding/ Falcon Crest Air)

Neue Ideen braucht die City- Corona beschleunigt den Wandel der Zentren. Es braucht neue Nutzungskonzepte.

Die Transformation der Innenstädte ist in vollem Gange. Der an vielen Stellen wegbrechende Einzelhandel ist durch neue Konzepte zu ersetzen. Der Städtetag fordert dabei mehr Handlungsspielraum für Kommunen.


Frankfurt, 16. März 2021 Die Innenstädte stehen vor einer tiefgreifenden Transformation. Die Coronakrise beschleunigt einen Wandel, der schon zuvor eingesetzt hatte. Während der Onlinehandel wächst, schmilzt der stationäre Einzelhandel ab. Viele Kommunen, deren Zentren und Fußgängerzonen vom Handel bestimmt sind, sehen nun den Hausforderungen entgegen, Leerstände zu managen sowie ihre Zentren vital zu halten. Dafür bedarf es neuer Nutzungskonzepte.

„Es geht nicht darum, den Handel aufzugeben, sondern ihn dem veränderten Verhalten der Menschen anzupassen und die Rahmenbedingungen dafür bestmöglich zu gestalten“, sagt Simon Hübner, Vorstandsmitglied beim Immobilienentwickler GBI. „Es gilt, Anreize zu setzen, damit Menschen die Innenstadt aufsuchen.“ Hübner spricht von einem „Mixed Use“ sowohl in einzelnen Gebäuden als auch in Quartieren: „Je mehr Bedürfnisse die Innenstadt abbildet, desto resilienter wird sie, desto besser ist es für die Vitalität des Zentrums – auch für den verbliebenen Vor-Ort-Handel.“

 

Dazu gehörten Gastronomiebetriebe, Dienstleister, Kultureinrichtungen, Kanzleien oder Verwaltungsstellen mit Publikumsfrequenz. Es gehe aber auch um die Gestaltung von Grünflächen und Plätzen mit hoher Aufenthaltsqualität zur Freizeitgestaltung. Die Innenstadt müsse insgesamt ihre Funktionen als kommunikatives Zentrum und als Ort der Begegnung stärken.

 

„Förderprogramm Innenstadt“

Die kommunalen Spitzenverbände beschäftigen sich längst mit der Frage nach der Vitalität von Zentren. Etwa fordert der Deutsche Städtetag mehr Instrumente für Kommunen bei der Steuerung ihrer Zentren. Unter anderem regt er ein „Förderprogramm Innenstadt“ an. Geht es nach dem Verband, stellt der Bund auf fünf Jahre verteilt insgesamt 2,5 Milliarden Euro für die Innenstädte zur Verfügung. Das Geld soll den Aufbau lokalen Zentrumsmanagements unterstützen. Außerdem soll es Städten helfen, leerstehende Ladenlokale anzumieten und zu bespielen, um diese Läden für neue Nutzungen attraktiv zu halten. Ebenso soll es Kommunen dazu befähigen, städtebaulich markante Schlüsselimmobilien anzukaufen, sie weiterzuentwickeln und letztlich wieder zu veräußern. Zudem plädiert der Verband für rechtliche Rahmenbedingungen, die den Kommunen mehr Handlungsspielräume eröffnen. Beispielsweise fordert er, ein Vorkaufsrecht für wichtige Schlüsselimmobilien – und zwar nicht zum Höchstgebot, sondern zum gutachterlich ermittelten Verkehrswert