Presse
30.08.2020

Prof. Dr. Julius H. Schoeps mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Der Vorstand der Moses Mendelssohn Stiftung und Gründungsdirektor des Moses-Mendelssohn-Zentrums erhielt den Orden für seinen Einsatz für Toleranz und friedliche Koexistenz von Kulturen und Religionen


Berlin, 31.08.2020 – Prof. Dr. Julius H. Schoeps ist am heutigen Montag mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Der Vorstand der Moses Mendelssohn Stiftung und Gründungsdirektor des Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam erhielt das ‚Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland‘. Verliehen wurde der Orden bei einem Festakt in der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung im Namen von Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier durch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. „Unermüdlich kämpft er gegen antisemitische Vorurteile, Diskriminierung und Gewalttätigkeit“, würdigte der Regierungschef Prof Dr. Schoeps unter anderem als Aufklärer: „Er wirbt für Toleranz in Glaubensfragen und bei kultureller Verschiedenheit.» Woidke wandte sich gegen Antisemitismus: „Dass Jüdinnen und Juden in Deutschland heute wieder beschimpft werden und um ihr Leben fürchten müssen, ist unerträglich.“ Schoeps habe riesige Verdienste um die Aussöhnung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen erworben.

Das entsprechende Wirken des Trägers des Bundesverdienstkreuzes ist vielfältig. Prof. Dr. Julius H. Schoeps ist seit 2002 Vorstand der Moses Mendelssohn Stiftung. Diese fördert Ausstellungs-, Forschungs- und Publikationsprojekte sowie internationale wissenschaftliche Konferenzen und kulturelle Veranstaltungen. Die Moses Mendelssohn Stiftung hat bislang 24 Apartmenthäuser für Studierende und Auszubildende initiiert, mit einem bis zu 50-prozentigen Anteil ausländischer Bewohner. Diese erstellt die Moses Mendelssohn Stiftung gemeinsam mit GBI AG, GBI Wohnungsbau und NORD PROJECT sowie der FDS-Stiftung. Die Häuser erhalten den Namen von verdienten aber weitgehend vergessenen jüdischen Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, die aufgrund ihrer Biographie mit der jeweiligen Stadt verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise Häuser, die in Frankfurt nach dem Sozialwissenschaftler Franz Oppenheimer, in Berlin nach dem Mendelssohn-Freund und jüdischen Aufklärer David Friedländer, in Köln nach dem Soziologen Alphons Silbermann und in Freiburg nach dem Religionsphilosophen Franz Rosenzweig benannt sind. Zwei Häuser in Wien tragen die Namen von Martin Buber und Teddy Kollek.


Prof. Dr. Schoeps machte zudem das 1992 an der Universität Potsdam gegründete Moses Mendelssohn Zentrums zu einer international renommierten Forschungseinrichtung. Gemeinsam mit der Universität betrat er bei Studiengängen Neuland. Schoeps war Initiator des 1994/95 eingerichteten Studiengangs Jüdische Studien, der sich in Forschung und Lehre
stark fortentwickelte. Darauf aufbauend wurde 2007 an der Philosophischen Fakultät das Institut für Jüdische Studien gegründet. Es ist eine der größten Einrichtungen ihrer Art in Europa. 

Für seine Verdienste um die deutsch-jüdische Verständigung war Prof. Dr. Schoeps schon im Jahre 2005 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie 2014 mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg geehrt worden.