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10.09.2019

Verleihung der Moses Mendelssohn Medaille an den Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama

Am 09. November wurde die Moses Mendelssohn Medaille in Berlin vergeben.


Der Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama (67) wurde in Berlin mit der Moses Mendelssohn Medaille ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Vergeben wurde die Auszeichnung von der Moses Mendelssohn Stiftung in diesem Jahr gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung. Der Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama ist seit 1994 geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors. Nachama ist zudem Vorsitzender der deutschen Rabbinerkonferenz und seit 2016 jüdischer Vorsitzender des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Seit 1993 wird die Moses Mendelssohn Medaille an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Sinne und in der Tradition des Denkens von Moses Mendelssohn für Toleranz und Völkerverständigung und gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert haben. Die Medaille ist nach dem deutschen Philosophen und Aufklärer Moses Mendelssohn (1729–1786) benannt. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten unter anderem der frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, die früheren Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Kurt Biedenkopf, Dirigent Daniel Barenboim, die Verleger Friede Springer und Hubert Burda, Diplomat Avi Primor, Unternehmer-Persönlichkeit Berthold Beitz und die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch.

Laut Kulturstaatsministerin Monika Grütters bekommt die Auszeichnung in der aktuellen politischen Diskussion eine ganz besondere Bedeutung. Grütters warnte in Ihrer Laudatio davor, die Augen vor dem zunehmenden Rassismus und Antisemitismus zu verschließen. Diskriminierende und hasserfüllte Parolen würden immer ungenierter öffentlich kundgetan. Sie sehe diese Entwicklung mit Besorgnis. In dieser Situation nehme Nachama eine wichtige Rolle als Lehrmeister der Toleranz und Verständigung ein. Der 67-jährige Nachama stehe für Nachdenklichkeit und Besonnenheit und sei ein Wegbereiter interreligiöser Verständigung und Versöhnung.

Für Prof. Dr. Norbert Lammert, Vorsitzender Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. steht Andreas Nachama konsequent für eine Haltung, die Moses Mendelssohn, der Namensgeber der Auszeichnung, schon vor Jahrhunderten propagiert hat. „Nach Wahrheit forschen, Schönheit lieben, Gutes wollen, das Beste tun – das ist die Bestimmung des Menschen.“ Auch deshalb sei es der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Ehre, gemeinsam mit der Moses Mendelssohn Stiftung die Verleihung der renommierten Moses Mendelssohn Medaille auszurichten.

Laut Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Vorstandsvorsitzender Moses Mendelssohn Stiftung hat sich Andreas Nachama auf ganz eigene Art und Weise um die Verbesserung des deutsch-jüdischen Verhältnisses verdient gemacht. Er habe sich nicht nur als Historiker und Gemeindevorsitzender, sondern auch als Ausstellungsmacher und Direktor der Topographie des Terrors einen Namen weit über die Berliner Stadtgrenzen hinausgemacht hat. Andreas Nachama ist jemand, der nicht nur visionäre Zukunftsprojekte mitgestaltet, wie etwa das „House of One“. Seit Jahrzehnten steht Nachama mit beiden Beinen auch fest im interreligiösen Dialog.